Exit-Erlösrechner: Was bleibt netto vom Verkauf?
Der Unternehmenswert ist nur die halbe Geschichte. Entscheidend ist, was nach Steuern und Struktur bei Ihnen ankommt.
Zwischen dem Wert Ihres Unternehmens und dem Geld auf Ihrem Konto liegen mehrere Schritte: Schulden und Cash, nicht betriebsnotwendiges Vermögen, Verkaufsart und Haltestruktur. Jeder davon verschiebt Ihren Netto-Erlös, oft um sechs- bis siebenstellige Beträge.
Dieser Rechner liefert eine indikative Orientierung, was nach Steuern realistisch übrig bleibt. Für eine belastbare Einschätzung sprechen Sie anschließend mit einem Senior-Berater. Die Methodik zur Wertermittlung selbst zeigt unsere Seite zur Unternehmensbewertung.
Ihr indikativer Netto-Erlös
Tragen Sie die Eckdaten ein und klicken Sie sich durch die Optionen. Das Info-Symbol neben jedem Punkt erklärt, was gemeint ist und wie es Ihren Erlös beeinflusst. Ihre Eingaben werden weder gespeichert noch übertragen, die Berechnung läuft ausschließlich in Ihrem Browser.
Besonderheiten
Indikativer Netto-Erlös
3.575.000 €
Indikative Bandbreite: 3.396.250 € – 3.753.750 €
So setzt sich das zusammen
Hebel der Haltestruktur (Share Deal)
+ 1.350.000 €
So viel mehr könnte bei einem Anteilsverkauf über eine rechtzeitig (3 bis 5 Jahre vorab) aufgesetzte Holding erhalten bleiben. Mittel verbleiben zunächst in der Holding.
Unverbindliche, indikative Orientierung. Ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die tatsächliche Belastung hängt von Ihrer individuellen Situation ab (Anschaffungskosten, Freibeträge, Haltedauer, Bundesland, persönlicher Steuersatz).
Kostenloses Beratungsgespräch vereinbarenUnternehmenswert noch unklar? Zum BewertungsrechnerAnnahmen und Methodik: Der steuerliche Gewinn wird vereinfachend dem Verkaufserlös gleichgesetzt (Anschaffungskosten und Buchwerte unberücksichtigt). Share Deal privat: §17 EStG, Teileinkünfteverfahren bei Spitzensteuersatz, effektiv rund 28,5%. Share Deal über Holding: §8b KStG, rund 95% steuerfrei, rund 1,5% auf Holding-Ebene; setzt eine 3 bis 5 (bis 7) Jahre vorher bestehende Holding voraus, Mittel verbleiben zunächst in der Holding, eine spätere Privatentnahme wird zusätzlich besteuert. Asset Deal privat: persönlicher Spitzensteuersatz, rund 42% (Begünstigung nach §16/§34 ab 55 wird separat berücksichtigt). Asset Deal über Kapitalgesellschaft: rund 48%, aus rund 30% auf Gesellschaftsebene (Körperschaft- und Gewerbesteuer, Hebesatz etwa 400%) plus rund 26% auf die anschließende Ausschüttung, bei vollständiger Privatentnahme. Alle Werte sind indikativ und ersetzen keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung; die tatsächliche Belastung hängt von Anschaffungskosten, Freibeträgen, Haltedauer, Bundesland und persönlichem Steuersatz ab.
Warum Unternehmenswert nicht gleich Erlös ist
Die meisten Inhaber kennen, im besten Fall, eine grobe Vorstellung vom Wert ihres Unternehmens. Was sie selten kennen, ist die Zahl, die am Ende tatsächlich auf ihrem Konto landet. Genau dort entstehen die größten Überraschungen.
Der Unternehmenswert (Enterprise Value) beschreibt das operative Geschäft, schulden- und cashfrei. Bis daraus ein Netto-Erlös wird, werden Finanzschulden abgezogen, nicht betriebsnotwendiges Vermögen hinzugerechnet und Steuern fällig. Wie hoch diese Steuer ausfällt, hängt entscheidend von der Struktur ab.
Der Rechner oben macht diese Schritte transparent. Er ist eine Orientierung, kein Ersatz für eine individuelle Steuerberatung, aber er zeigt, an welchen Stellen die größten Hebel liegen.
Weiteres Expertenwissen zum Unternehmensverkauf
Die Equity Bridge in drei Schritten
Zwischen dem Wert Ihres Unternehmens und dem Geld auf Ihrem Konto liegen drei Schritte. Wer sie kennt, plant seinen Ausstieg mit klaren Zahlen.
Schulden und Cash
Vom Unternehmenswert werden Nettofinanzschulden abgezogen. Netto-Liquidität erhöht dagegen Ihren Erlös.
Nicht benötigtes Vermögen
Überschüssiges Cash, Finanzanlagen oder nicht benötigte Immobilien stehen Ihnen zusätzlich zum Kaufpreis zu.
Steuer und Struktur
Verkaufsart und Haltestruktur entscheiden über die effektive Steuerquote, der größte Hebel auf den Netto-Erlös.
Vom Unternehmenswert zum Netto-Erlös: ein Beispiel
Angenommen, ein Inhaber hält 100% einer GmbH mit einem Enterprise Value von 5 Millionen Euro. Wie dieser Wert über das EBITDA und ein branchenübliches Multiple zustande kommt, zeigt unser Artikel zu den EBITDA-Multiples nach Branchen. Das Unternehmen hat 0,5 Millionen Euro Finanzschulden und 0,3 Millionen Euro überschüssige Liquidität.
Vom Enterprise Value zum Netto-Erlös (Beispiel, 100% Anteil)
| Enterprise Value | 5.000.000 € |
| − Finanzschulden | − 500.000 € |
| + Liquide Mittel | + 300.000 € |
| = Eigenkapitalwert (Brutto-Erlös) | 4.800.000 € |
| Netto privat (≈ 28,5% Steuer) | ≈ 3.432.000 € |
| Netto über Holding (≈ 1,5% Steuer) | ≈ 4.728.000 € |
Die Differenz von rund 1,3 Millionen Euro zwischen privat und Holding zeigt, warum die Struktur über den tatsächlichen Erlös entscheidet, nicht der ausgehandelte Kaufpreis allein. Genau diese Rechnung können Sie oben mit Ihren eigenen Zahlen nachvollziehen.
Wie viel Steuer zahle ich beim Unternehmensverkauf?
Beim Verkauf von GmbH-Anteilen aus dem Privatvermögen greift das Teileinkünfteverfahren nach §17 EStG: 40% des Gewinns bleiben steuerfrei, 60% unterliegen Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz. Beim Spitzensteuersatz ergibt das eine effektive Belastung von rund 28,5% des Verkaufsgewinns.
Halten Sie die Anteile über eine zwischengeschaltete Holding-GmbH, sind beim Verkauf durch die Holding nach §8b KStG rund 95% des Gewinns steuerfrei. Auf Ebene der Holding bleibt eine effektive Belastung von nur etwa 1,5%. Dieser Unterschied ist der mit Abstand größte Hebel auf Ihren Netto-Erlös. Mehr zu den steuerlichen Strukturen finden Sie auf unserer Seite zum GmbH-Verkauf.
Der Haken: Damit die Holding-Lösung greift, muss die Struktur rechtzeitig stehen. Üblich sind drei bis fünf Jahre Vorlauf, für die volle steuerliche Wirkung der eingebrachten Anteile sogar sieben Jahre Behaltefrist. Die Mittel verbleiben nach dem Verkauf zunächst in der Holding und werden erst bei einer späteren Privatentnahme erneut besteuert. Wer den Verkauf erst kurzfristig plant, kann diesen Hebel meist nicht mehr voll nutzen.
Effektive Steuerbelastung beim Anteilsverkauf (indikativ)
| Privat gehalten (§17 EStG, Teileinkünfteverfahren) | ≈ 28,5% |
| Über Holding (§8b KStG, 95% steuerfrei) | ≈ 1,5% |
Share Deal oder Asset Deal: Was bleibt netto?
Beim Share Deal verkaufen Sie die Gesellschaftsanteile. Das Unternehmen bleibt als Rechtsträger bestehen, nur der Eigentümer wechselt. Im Mittelstand ist das der Regelfall und für den Verkäufer steuerlich meist die günstigere Variante.
Beim Asset Deal werden einzelne Wirtschaftsgüter und Verträge verkauft, die Gesellschaftshülle bleibt beim Verkäufer. Verkauft eine Kapitalgesellschaft ihre Assets, wird der Gewinn zunächst auf Gesellschaftsebene besteuert und bei einer späteren Ausschüttung ein zweites Mal. In Summe liegt die Belastung dadurch oft deutlich höher als beim Share Deal.
Käufer bevorzugen häufig den Asset Deal, weil sie Risiken klarer abgrenzen und den Kaufpreis abschreiben können. Für Verkäufer ist meist der Share Deal vorteilhafter. Die Verkaufsart ist damit selbst ein Verhandlungspunkt, der den Netto-Erlös spürbar verschiebt. Welche Struktur zu Ihrer Situation passt, klären wir im Beratungsgespräch.
Woran erfahrene Berater denken
Vier Punkte, die über den Netto-Erlös entscheiden und die viele Inhaber erst im Prozess auf dem Schirm haben.
Pensionszusage
Eine GGF-Pensionszusage zählt zu den häufigsten Deal-Breakern und führt oft zu Kaufpreisabschlägen. Mit Vorlauf gestaltbar.
Betriebsaufspaltung
Eine privat vermietete Betriebsimmobilie kann beim Verkauf stille Reserven aufdecken, auch nach über zehn Jahren.
Nicht benötigtes Vermögen
Überschüssiges Cash und nicht benötigte Assets stehen Ihnen zusätzlich zum Kaufpreis zu.
Freibetrag ab 55
Bei einem Asset Deal aus dem Privatvermögen gibt es ab 55 einmalig Freibetrag und ermäßigten Steuersatz (§16/§34 EStG).
So erhöhen Sie Ihren Netto-Erlös
Der Netto-Erlös entsteht nicht erst im Verkaufsgespräch, sondern in den Jahren davor. Vier Hebel haben den größten Effekt.
Holding rechtzeitig aufsetzen
Drei bis fünf Jahre Vorlauf senken die Steuer beim Anteilsverkauf von rund 28,5 auf etwa 1,5%.
EBITDA sauber bereinigen
Ein höheres bereinigtes EBITDA hebt über das Multiple den Unternehmenswert und damit die Basis des Erlöses.
Vermögen sauber trennen
Überschüssige Liquidität und nicht benötigte Assets abgrenzen, damit sie Ihnen zusätzlich zufließen.
Freibetrag ab 55 nutzen
Bei einem Asset Deal aus dem Privatvermögen den einmaligen Freibetrag und ermäßigten Steuersatz einplanen.
Wer diese Hebel früh angeht, verkauft zum Netto-Höchstwert statt zum aktuellen Wert. Genau dafür gibt es unser Exit-Consulting-Programm, das ein Unternehmen über zwölf Monate gezielt auf den Verkauf vorbereitet.
Häufige Fragen zum Netto-Erlös
Sprechen wir über Ihren potentiellen Erlös
In einem kostenlosen, vertraulichen Beratungsgespräch ordnen wir Ihre Situation ein und zeigen, welche Hebel in Ihrem Fall realistisch sind.
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