Kaufpreismechanik-Checkliste: vom Unternehmenswert zum Netto-Erlös
Der Unternehmenswert, über den am Anfang gesprochen wird, ist fast nie der Betrag, der bei Ihnen ankommt. Zwischen dem Enterprise Value und Ihrem tatsächlichen Erlös liegt die Kaufpreismechanik, und genau dort verlieren Verkäufer die meisten unbemerkten Euro.
- Die vollständige Brücke vom Unternehmenswert zum Erlös
- Net Debt, Working Capital, Earn-out, Escrow erklärt
- Mit Rechenbeispiel und Exit-Erlösrechner-Verweis
- Von Senior-Beratern kommentiert
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Diese Checkliste erklärt jede Stufe der Brücke und ist von FISARTs Senior-Beratern kommentiert. Sie sagt Ihnen, worauf Sie achten müssen, damit der Käufer die Definitionen nicht zu Ihren Lasten setzt. Ihre persönliche Brücke rechnen Sie am schnellsten mit dem FISART-Exit-Erlösrechner durch.
Die Brücke vom Unternehmenswert zum Erlös
Ein einfaches Beispiel zeigt die Größenordnung. Aus einem Unternehmenswert von 5 Mio. EUR werden nach Abzug von 800.000 EUR Nettofinanzschulden und einer Working-Capital-Anpassung von 200.000 EUR rund 4 Mio. EUR Bruttokaufpreis. Davon gehen ein Einbehalt von 400.000 EUR und ein erfolgsabhängiger Earn-out von 500.000 EUR ab, sodass bei Vollzug rund 3,1 Mio. EUR fließen. Steuern und Beratungskosten kommen noch hinzu. Genau diese Brücke sollten Sie früh durchrechnen, am besten mit dem FISART-Exit-Erlösrechner.
Die Stellschrauben im Einzelnen
Die Checkliste behandelt jede Stufe der Brücke. Bei den Nettofinanzverbindlichkeiten geht es darum, was als debt-like in den Abzug wandert, denn über diese Kategorie drücken Käufer gern den Preis. Beim Working Capital entscheidet das vereinbarte Zielniveau, mit wie viel gefülltem Tank Sie das Unternehmen übergeben. Bei Locked Box und Completion Accounts geht es darum, ob der Preis auf einem festen vergangenen Stichtag beruht oder erst bei Closing abgerechnet wird. Earn-out und Einbehalte schließlich entscheiden, wann und wie sicher Sie Ihr Geld erhalten.
Warum diese Mechanik so oft Geld kostet
Die Kaufpreismechanik ist deshalb gefährlich, weil sie technisch wirkt und im Detail verhandelt wird, lange nachdem über die große Zahl gesprochen wurde. Ein einziger zu weit gefasster Posten in der Net-Debt-Definition, ein zu hoch angesetzter Working-Capital-Peg oder ein Earn-out ohne Schutzklauseln können sechsstellige Beträge verschieben. Wer die Mechanik versteht und früh verhandelt, behält das Geld, das andere unbemerkt abgeben.
So nutzen Sie die Checkliste
Gehen Sie die Stufen vor und während der Verhandlung durch und bestehen Sie an jeder Stelle auf klaren, abschließenden Definitionen. Lassen Sie offene oder beispielhafte Aufzählungen nicht stehen, denn sie werden später erweitert. Rechnen Sie Ihre persönliche Brücke mit dem Exit-Erlösrechner durch, damit Sie wissen, worüber Sie eigentlich verhandeln.
Häufige Fehler in der Kaufpreismechanik
Der häufigste Fehler ist die Annahme, der Unternehmenswert sei der Erlös. Der zweite ist eine offene Net-Debt-Definition, über die der Käufer Posten in den Abzug schiebt, die wirtschaftlich keine Schulden sind. Der dritte ist ein zu hoch angesetzter Working-Capital-Peg, der bei Closing sicher zur Kürzung führt. Und beim Earn-out fehlen oft die Pflicht zur normalen Weiterführung des Unternehmens und die Einsichtsrechte, ohne die ein Earn-out eher Hoffnung als Kaufpreis ist.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet cash-free und debt-free?
Es bedeutet, dass weder Ihr Kassenbestand noch Ihre Finanzschulden im genannten Unternehmenswert enthalten sind. Beide werden separat verrechnet, weshalb der tatsächliche Kaufpreis vom Unternehmenswert abweicht.
Was ist der Unterschied zwischen Locked Box und Completion Accounts?
Bei der Locked Box beruht der Preis auf einem festen Stichtag in der Vergangenheit und ändert sich danach nur noch um verbotene Mittelabflüsse. Completion Accounts rechnen erst bei Closing ab und geben dem Käufer eine weitere Korrekturgelegenheit. Für Verkäufer ist die Locked Box oft die ruhigere Variante.
Werden Earn-outs in der Praxis ausgezahlt?
Oft nicht in voller Höhe, weil nach dem Closing der Käufer das Unternehmen steuert. Schutzklauseln wie die Pflicht zur normalen Weiterführung, Einsichtsrechte und die Fälligkeit bei Weiterverkauf sind deshalb entscheidend.
Was ist der Unterschied zwischen Escrow und Holdback?
Beim Escrow liegt der Einbehalt auf einem neutralen Treuhandkonto, beim Holdback behält ihn der Käufer. Für Verkäufer ist der Escrow sicherer, weil Sie Ihrem Geld beim Holdback hinterherlaufen müssen.
Wie berechne ich meinen Netto-Erlös?
Ziehen Sie vom Unternehmenswert die Nettofinanzschulden und die Working-Capital-Anpassung ab, danach Einbehalte, Earn-out, Steuern und Kosten. Der FISART-Exit-Erlösrechner führt Sie Schritt für Schritt durch diese Rechnung.
Wie viel ist Ihr Unternehmen wert?
Starten Sie mit einer indikativen Bewertung oder sprechen Sie vertraulich mit einem Senior-Berater.
Hinweis: Diese Vorlage dient der Orientierung und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.