Verkauf & Nachfolge

    Unternehmensnachfolge regeln

    Vier Wege, ein Lebenswerk in gute Hände zu übergeben.

    Mehr als 500.000 Unternehmen in Deutschland stehen in den nächsten zehn Jahren vor der Nachfolge. Für die meisten Inhaber ist es die wichtigste unternehmerische Entscheidung ihres Lebens. Trotzdem beginnen viele zu spät, nehmen sich zu wenig Zeit oder unterschätzen, wie komplex die Übergabe wirklich wird.

    Wir begleiten Inhaberinnen und Inhaber von der ersten strategischen Überlegung bis zur erfolgreichen Übergabe. Ob familiäre Lösung, Management Buy-Out, externer Käufer oder eine Mischform. Unser Anspruch: Ihr Unternehmen geht in Hände, die es weiterführen werden, und Sie selbst ziehen sich finanziell abgesichert und mit gutem Gewissen zurück.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bis Ende 2029 suchen laut KfW jährlich rund 109.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolge.
    • 57 Prozent der Mittelstands-Inhaber waren 2025 mindestens 55 Jahre alt.
    • Für eine strukturierte Nachfolge empfehlen wir 24 bis 60 Monate Vorlauf.
    • Es gibt vier Wege: familieninterne Übergabe, MBO, MBI und externer Verkauf.
    • Bei familieninterner Übergabe sind über die Verschonungsregeln bis zu 100 Prozent des begünstigten Vermögens steuerfrei.

    Stand: Juni 2026 · Geprüft vom FISART-Senior-Team

    5-10x EBITDA

    24-60 Monate

    Vier Wege

    Bis zu 100%

    Unternehmensnachfolge-Beratung im Mittelstand

    Eine Unternehmensnachfolge-Beratung im Mittelstand begleitet Inhaberinnen und Inhaber durch eine Entscheidung, die sich im Leben nur einmal stellt. Anders als beim reinen Verkauf geht es bei der Nachfolge im Unternehmen um mehr als den Preis: um die Fortführung des Lebenswerks, die Absicherung der Familie und die Kontinuität für Mitarbeiter und Kunden.

    Gerade im Familienunternehmen verbinden sich unternehmerische, steuerliche und persönliche Fragen zu einer komplexen Gemengelage. Eine spezialisierte Beratung sortiert diese Themen, zeigt die realistischen Wege auf und übernimmt die Umsetzung, von der Bewertung über die Ansprache geeigneter Nachfolger bis zur Verhandlung. Im Mittelstand führt ein erfahrener Senior-Berater diesen Prozess persönlich, statt ihn an wechselnde Analysten weiterzureichen.

    Warum die Nachfolge in Deutschland gerade jetzt zählt

    Die demografische Welle trifft den deutschen Mittelstand mit voller Wucht. Die Inhabergeneration der Wirtschaftswunder-Nachzügler erreicht das Rentenalter, oft ohne klare Nachfolgeregelung. In vielen Branchen verschiebt sich damit der unternehmerische Schwerpunkt einer ganzen Generation.

    Studien des IfM Bonn rechnen mit rund 190.000 übergabereifen Unternehmen allein zwischen 2022 und 2026. Über die Hälfte davon hat noch keine konkrete Nachfolge geplant. Die Folge: ein wachsender Angebotsüberhang an verkaufsbereiten Unternehmen, der Verhandlungsmacht von Inhabern zu Käufern verschiebt.

    Die familiäre Nachfolge verliert an Bedeutung. Weniger als 40 Prozent der Übergaben gehen heute innerhalb der Familie. Externe Lösungen wie MBO, MBI und strategischer Verkauf gewinnen massiv. Inhaber müssen sich früher als je zuvor mit Käuferlandschaft und Verkaufsprozessen auseinandersetzen. Welche Wege offenstehen, wenn keine familiäre Lösung greift, zeigt unser Leitfaden zu den Optionen, wenn kein Familiennachfolger bereitsteht.

    Wer heute mit der Planung beginnt, hat noch alle Optionen offen. Wer wartet, verliert Optionen und damit Verhandlungsmacht. Die nächsten 24 bis 60 Monate entscheiden bei vielen Inhabern darüber, ob die Nachfolge eine erfüllende Abschlussphase oder ein hektischer Notverkauf wird.

    Nachfolge im deutschen Mittelstand: die Zahlen

    KennzahlWertQuelle
    KMU mit Nachfolgewunsch pro Jahr bis Ende 2029rund 109.000KfW Nachfolge-Monitoring 2025
    Mittelstandsinhaber 55 Jahre oder älter (2025)57 %KfW Nachfolge-Monitoring 2025
    Durchschnittliche Kaufpreiserwartungrund 499.000 €KfW Nachfolge-Monitoring 2025
    Übergabebereite Unternehmen zu Interessenten (IHK)rund 9.600 zu 4.000DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025
    Mögliche Stilllegungen mangels Nachfolge (10 Jahre)bis zu 250.000DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025
    Übergabereife Unternehmen 2022 bis 2026rund 190.000IfM Bonn

    Quellen: KfW Nachfolge-Monitoring 2025; DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025; IfM Bonn. Stand 2025.

    Den richtigen Zeitpunkt für die Nachfolge wählen

    Der richtige Zeitpunkt für die Nachfolge im Unternehmen ergibt sich selten aus einem einzelnen Ereignis. Meist kündigt er sich über mehrere Signale an: das eigene Alter, die gesundheitliche Situation, die Marktlage in der Branche und die Frage, ob in Familie oder Management ein geeigneter Nachfolger heranreift. Ob Sie die Nachfolge im Unternehmen familienintern denken oder die Firmennachfolge an einen externen Käufer richten, der Zeitpunkt bestimmt den Spielraum. Wer diese Signale früh ernst nimmt, gestaltet die Übergabe aus einer Position der Stärke.

    Steuerlich gibt es eine klare Schwelle. Ab dem vollendeten 55. Lebensjahr stehen bei einer Betriebsveräußerung einmalige Vergünstigungen zur Verfügung, die den Netto-Erlös spürbar erhöhen können. Auch deshalb lohnt es sich, den Zeitplan bewusst zu legen. Wie sich die kommenden Jahre für den Mittelstand entwickeln und warum das Marktfenster für viele Inhaber gerade jetzt günstig ist, ordnet unser Beitrag zur Nachfolgewelle im DACH-Mittelstand ein.

    Als Faustregel gilt: Wer 24 bis 60 Monate vor dem gewünschten Übergabezeitpunkt beginnt, hält alle Wege offen und kann steuerliche wie operative Hebel voll nutzen. Den vollständigen Fahrplan für diese Vorbereitungszeit zeigt unsere Sister-Page zum Nachfolge planen. Ein frühes Beratungsgespräch hilft, den passenden Startpunkt für Ihre Situation zu bestimmen.

    Die vier Wege der Unternehmensnachfolge

    Jeder Weg hat eigene Logik, eigene Käufer und eigene steuerliche Konsequenzen. Die Entscheidung fällt selten am Anfang. Sie reift im Lauf der Vorbereitung, wenn sich Optionen konkret bewerten lassen. Für den externen Weg vertiefen wir das Vorgehen auf unserer Seite zum GmbH-Verkauf.

    01

    Familieninterne Nachfolge

    Übergabe an Kinder, Ehepartner oder andere Familienmitglieder.

    Vorteile

    Steuerliche Verschonung nach §§ 13a, 13b ErbStG, kontinuierliche Werteorientierung, hohe emotionale Stimmigkeit.

    Wann sinnvoll

    Wenn ein qualifizierter Nachfolger in der Familie da ist und Interesse hat.

    02

    Management Buy-Out (MBO)

    Übernahme durch das bestehende Führungsteam.

    Vorteile

    Kontinuität für Mitarbeiter und Kunden, Käufer kennt das Geschäft, Loyalitäts-Effekt.

    Wann sinnvoll

    Wenn ein starkes zweites Glied im Unternehmen existiert und Kapital oder Verkäuferdarlehen tragbar sind.

    03

    Management Buy-In (MBI)

    Übernahme durch einen externen Manager, oft mit Investor im Hintergrund.

    Vorteile

    Frische Perspektive, neues Wachstumskapital, vollständige Eigentumsübertragung.

    Wann sinnvoll

    Wenn kein interner Nachfolger da ist, aber das Geschäft eigenständig führbar ist.

    04

    Externer Verkauf

    Verkauf an strategische Käufer, Private Equity oder Family Offices.

    Vorteile

    Typischerweise höchster Verkaufspreis, klarer Ausstieg, professionelle Käuferlandschaft.

    Wann sinnvoll

    Wenn maximaler Wert realisiert werden soll oder kein anderer Weg möglich ist.

    Familienunternehmen: Besonderheiten der Nachfolge

    Im Familienunternehmen ist die Nachfolge mehr als eine betriebswirtschaftliche Aufgabe. Sie berührt Beziehungen, Rollen und Erwartungen, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Der häufigste Konflikt entsteht zwischen den Generationen: Der Senior möchte sein Lebenswerk in guten Händen wissen, die nächste Generation will eigene Akzente setzen. Eine offene, früh geführte Kommunikation entschärft die meisten dieser Spannungen.

    Rechtlich verdient der Pflichtteil besondere Aufmerksamkeit. Werden einzelne Kinder bevorzugt in die Nachfolge eingebunden, können andere Familienmitglieder später Pflichtteilsansprüche geltend machen, die die Liquidität und die operative Stabilität des Unternehmens belasten. Pflichtteilsverzichte, Familiengesellschaftsverträge und eine saubere erbrechtliche Gestaltung schaffen hier Planungssicherheit.

    Auch die Governance verändert sich mit der Übergabe. Ein Beirat kann den Übergang begleiten, Erfahrung sichern und zwischen den Generationen vermitteln. Viele Familienunternehmen nutzen die Übergabephase, um Entscheidungswege zu professionalisieren und die Abhängigkeit vom Senior schrittweise zu lösen. Steht kein geeigneter Nachfolger in der Familie bereit, sichern externe Wege wie ein Management Buy-Out oder der Verkauf an einen strategischen Käufer das Lebenswerk ebenso zuverlässig.

    Steuerliche Gestaltung der Nachfolge

    Die familieninterne Nachfolge nach ErbStG §§ 13a, 13b ist einer der stärksten Steuer-Hebel des deutschen Mittelstands. Die Regelverschonung stellt 85 Prozent des begünstigten Vermögens steuerfrei, bei einer Behaltefrist von 5 Jahren und einer Lohnsummen-Untergrenze. Die Optionsverschonung erhöht den Freibetrag auf 100 Prozent, fordert dafür eine Behaltefrist von 7 Jahren und höhere Lohnsummen-Anforderungen. Ab begünstigtem Vermögen über 26 Mio. Euro greift zusätzlich die Großerwerbsregelung mit Bedürfnisprüfung.

    Bei der Wahl zwischen Schenkung zu Lebzeiten und Erbfall geht es um Planungssicherheit. Schenkungen können steuerlich strategisch über mehrere Jahre gestaffelt werden, weil Freibeträge alle 10 Jahre neu greifen. Der Erbfall ermöglicht oft günstigere Bewertungsregelungen, bietet aber weniger Steuerungsmöglichkeiten und keine Korrekturchance.

    Pflichtteilsrecht und Familienkonflikte sind die unterschätzten Risiken der familiären Nachfolge. Bei Schenkungen an einzelne Kinder oder Verwandte können später Pflichtteilsansprüche entstehen, die die operative Stabilität des Unternehmens gefährden. Pflichtteilsverzichte und Familiengesellschaftsverträge sind hier die zentralen Strukturierungs-Werkzeuge.

    Bei MBO und MBI ohne Familienbezug greift die ErbStG-Verschonung in der Regel nicht. Dafür stehen andere Hebel zur Verfügung: Verkäuferdarlehen, gestaffelte Kaufpreiszahlungen und Holding-Strukturen mit Sperrfristen können die Steuerlast deutlich reduzieren. Welche Struktur passt, hängt vom Verkaufspreis, vom Zeithorizont und vom Lebensplan nach der Übergabe ab.

    Hinweis

    Diese Ausführungen ersetzen keine individuelle steuerliche oder erbrechtliche Beratung. Wir koordinieren auf Wunsch die Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater und Anwalt.

    Steuern bei der Nachfolge: über die Familienverschonung hinaus

    Die Verschonungsregeln nach §§ 13a und 13b ErbStG greifen nur bei der unentgeltlichen Übertragung innerhalb der Familie. Sobald die Nachfolge über einen Verkauf läuft, etwa an das Management oder an einen externen Käufer, gelten andere steuerliche Regeln, die den Netto-Erlös stark beeinflussen. Wer beide Welten kennt, plant die Übergabe gezielter.

    Beim Verkauf von Anteilen aus dem Privatvermögen greift in der Regel das Teileinkünfteverfahren. Über eine rechtzeitig aufgesetzte Holding lässt sich die Belastung des Verkaufsgewinns deutlich senken, sofern der zeitliche Vorlauf stimmt. Welche Hebel im Einzelnen wirken, zeigt unser Überblick zu den Steuern beim Unternehmensverkauf und im Detail der Beitrag zur Holding vor dem Unternehmensverkauf.

    Für Inhaberinnen und Inhaber ab 55 Jahren kommt bei einer Betriebsveräußerung ein einmaliger Freibetrag und ein ermäßigter Steuersatz hinzu. Die Voraussetzungen und Grenzen erläutert unser Beitrag zum Freibetrag und halben Steuersatz ab 55. Welche Struktur in Ihrem Fall den höchsten Netto-Erlös bringt, hängt von Rechtsform, Zeithorizont und Lebensplan ab und gehört in die Hände eines Senior-Beraters und Ihres Steuerberaters.

    Wer übernimmt Unternehmen im Mittelstand

    Die Käuferlandschaft im Mittelstand hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich diversifiziert. Neben Familie und Management treten zunehmend professionelle Investoren auf, jeweils mit eigener Logik und eigenen Erwartungen. Für den externen Verkaufsweg vertiefen wir die Käufertypen ergänzend auf unserer Sister-Page zum GmbH-Verkauf. Die vier Käufergruppen mit ihren Motiven und Multiples vertieft unser Leitfaden zu den Käufergruppen im Mittelstand. Mit dem Käufer-Shortlist-Template lassen sich mögliche Käufertypen strukturiert bewerten und priorisieren.

    01

    Familienmitglieder mit unternehmerischem Profil

    • ·Kinder, Ehepartner oder Verwandte, die das operative Geschäft fortführen.
    • ·Oft mit jahrelanger Vorbereitung im Unternehmen.
    • ·Niedrigere finanzielle Hürde durch Schenkungsmodelle möglich.
    02

    Internes Management-Team

    • ·Geschäftsführer oder Schlüsselpersonen, die das Unternehmen kennen.
    • ·Finanzierung typischerweise über Eigenkapital, Verkäuferdarlehen und Bankfinanzierung.
    • ·Hohe Kontinuität für Mitarbeiter und Kunden.
    03

    Externe Manager mit Investorenhintergrund

    • ·Erfahrene Führungskräfte, die mit Family-Office- oder PE-Kapital eigene Beteiligungen aufbauen.
    • ·Search-Fund-Modell aus den USA gewinnt in DACH seit 2020 stark an Bedeutung.
    • ·Oft jüngere Generation mit Wachstumsambitionen.
    04

    Strategische und Finanzkäufer

    • ·Etablierte Wettbewerber, Lieferanten oder Kunden mit Konsolidierungsstrategie.
    • ·Private-Equity-Investoren mit Buy-and-Build-Strategie.
    • ·Family Offices mit langfristigem Investmenthorizont.

    Was Ihr Unternehmen bei der Nachfolge wert ist

    Die Bewertung bei einer Nachfolge unterscheidet sich systematisch von der bei einem Asset-getriebenen Verkauf. Familieninterne Übergaben nutzen häufig steuerlich optimierte Werte. Externe Verkäufe folgen Marktmultiples. Wer beide Logiken kennt, kann den Weg gezielt nach dem Wert auswählen, den er realisieren will.

    Bei einem externen Verkauf gelten dieselben Bewertungslogiken wie bei einem klassischen M&A-Prozess: bereinigtes EBITDA mal branchenüblichem Multiple, plus Werttreiber wie Wachstum, Recurring Revenue und Inhaberunabhängigkeit. Eine detaillierte Methodik finden Sie auf unserer Pillar-Page zur Unternehmensbewertung.

    Beim MBO oder MBI liegt der Verkaufspreis oft 10 bis 20 Prozent unter dem maximalen externen Verkaufswert, weil der Käufer typischerweise weniger Kapital hat und Verkäuferdarlehen Teil der Struktur sind. Dafür gewinnen Sie Kontinuität, geringere Übergaberisiken und oft eine schnellere Umsetzung.

    Am Ende zählt, was nach Steuern und Struktur tatsächlich bei Ihnen ankommt. Der ausgehandelte Bruttopreis ist dabei nur der Ausgangspunkt. Eine erste Orientierung dazu liefert unser Exit-Erlösrechner für den Netto-Erlös nach Steuern.

    Bewertungsrelevante Faktoren bei der Nachfolge

    • ·Bereinigtes EBITDA und nachhaltige Marge
    • ·Inhaberunabhängigkeit und Management-Tiefe
    • ·Kundenkonzentration und Vertragslaufzeiten
    • ·Kontinuität der Schlüsselpersonen über die Übergabe hinaus
    • ·Übergabefähigkeit der operativen Prozesse
    • ·Bilanzqualität und Working-Capital-Profil

    Bewertung in 2 Minuten

    Sie wollen wissen, welchen Wert Ihr Unternehmen heute hätte?

    Unser Bewertungsrechner liefert in 2 Minuten eine indikative Spanne. Manuell von unserem Team geprüft, bevor Sie den Report erhalten.

    Bewertung starten

    Unternehmenswert vor der Übergabe steigern

    Während der vorige Abschnitt zeigt, wie der Wert ermittelt wird, geht es hier um die aktive Steigerung dieses Werts in den 24 bis 60 Monaten vor der Übergabe. In diesem Zeitraum entscheidet sich, ob ein Unternehmen zum Marktdurchschnitt oder mit einem Aufschlag übergeben wird.

    Die wirksamsten Hebel sind bekannt: ein sauber bereinigtes EBITDA, geringere Inhaberabhängigkeit, ein höherer Anteil wiederkehrender Umsätze und eine diversifizierte Kundenbasis. Welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge den größten Effekt haben, zeigt unser Leitfaden dazu, wie Sie den Wert Ihrer GmbH systematisch steigern.

    Wie stark sich solche Verbesserungen auf den Preis auswirken, hängt vom angesetzten Multiplikator ab. Eine Orientierung über branchenübliche Bandbreiten gibt unsere Übersicht zu den EBITDA-Multiples nach Branchen. Ergänzend erklärt der Beitrag zum Ertragswertverfahren, wie der Wert über die nachhaltige Ertragskraft hergeleitet wird. In Summe entscheiden diese Hebel über sieben- bis achtstellige Unterschiede im Übergabepreis.

    Der Nachfolgeprozess Schritt für Schritt

    Vier klar gegliederte Phasen führen von der ersten Standortbestimmung bis zur vollständigen Übergabe. Den vollständigen Ablauf des externen Verkaufsprozesses zeigen wir vertiefend auf unserer Ablauf-Seite zum Unternehmensverkauf.

    01Monat 1-3

    Standortbestimmung

    • ·Indikative Bewertung
    • ·Analyse der Inhaberabhängigkeit
    • ·Erste Optionen-Skizze (Familie, MBO, MBI, externer Verkauf)
    • ·Steuerliche Grobplanung
    02Monat 4-9

    Strategie und Vorbereitung

    • ·Festlegung des bevorzugten Weges
    • ·Strukturoptimierungen (Holding, Steueraspekte, Lohnsummen-Tracking)
    • ·Operative Vorbereitung (Management-Tiefe, Owner-Independence)
    • ·Aufbau Datenraum und Reporting
    03Monat 10-18

    Umsetzung

    • ·Familiärer Weg: Übergabe-Vereinbarungen, Schenkungs- oder Erbverträge
    • ·MBO/MBI: Verhandlung der Beteiligungs- und Finanzierungsstruktur
    • ·Externer Verkauf: Käuferansprache, LOI, Due Diligence, SPA
    • ·Notarielle Beurkundung
    04Monat 19-24

    Übergabe und Begleitung

    • ·Operative Übergabe, Mitarbeiter- und Kundenkommunikation
    • ·Übergangs-Beirat oder Beiratstätigkeit des Alt-Inhabers
    • ·Earn-Out-Phase, falls vereinbart
    • ·Auflösung der Inhabertätigkeit

    Die Nachfolge gezielt vorbereiten

    Der Wert einer Nachfolge entsteht in den Jahren vor der Übergabe, kaum in den letzten Monaten. Wer 24 bis 60 Monate vor dem geplanten Übergabezeitpunkt strukturiert arbeitet, hat die größten Hebel auf Bewertung, Steuern und Übergabefähigkeit. Für einen detaillierten Schritt-für-Schritt-Plan über die gesamte Vorbereitungszeit verweisen wir auf unsere Sister-Page zur Nachfolgeplanung.

    Die typischen Vorbereitungs-Themen sind klar umrissen: Inhaberunabhängigkeit aufbauen, EBITDA bereinigen, Vertragslandschaft strukturieren, Reporting professionalisieren, Schlüsselpersonen binden, Holding-Struktur aufsetzen. Jeder dieser Hebel ist einzeln überschaubar. In Summe entscheiden sie über sieben- bis achtstellige Bewertungs-Unterschiede.

    Für Inhaberinnen und Inhaber, die ihre Nachfolge vorbereiten und zum Höchstpreis verkaufen wollen, gibt es unseren Prozess. Er bereitet das Unternehmen systematisch auf Übergabe und Verkauf vor und macht die Substanz sichtbar, die im Käufergespräch tatsächlich bewertet wird.

    Vorbereitung ist nicht nur eine Frage von Zahlen und Strukturen. Für viele Inhaber ist das Abgeben des eigenen Lebenswerks die größere Hürde. Wie sich die emotionale Seite der Übergabe bewältigen lässt, zeigt unser ergänzender Leitfaden.

    Vorbereitung

    Strukturierte Vorbereitung mit unserem Prozess

    Bevor wir verkaufen, machen wir Ihr Unternehmen verkaufsfertig. In drei strukturierten Monaten arbeiten wir an den Werttreibern, die den Preis bestimmen, und gehen dann direkt in den wettbewerbsorientierten Verkauf. Vorbereitung und Verkauf aus einer Hand.

    Drei Monate, klarer Maßnahmenplan, messbarer Bewertungs-Uplift.

    Unseren Prozess kennenlernen

    Häufige Fehler bei der Unternehmensnachfolge

    Die meisten Schwierigkeiten in der Nachfolge entstehen aus vermeidbaren Versäumnissen in der Vorbereitung. Fünf Fehler sehen wir besonders häufig.

    • ·Zu spät beginnen. Wer erst startet, wenn der Ausstieg drängt, verliert steuerliche und operative Hebel und gerät leicht in einen Notverkauf.
    • ·Nur einen Weg prüfen. Wer sich früh auf eine Lösung festlegt, übersieht oft die Option, die finanziell oder menschlich besser passt.
    • ·Inhaberabhängigkeit ignorieren. Hängt das Geschäft am Inhaber, sinkt der Wert und ein Teil der Käufer steigt aus dem Prozess aus.
    • ·Steuern zu spät planen. Holding-Strukturen und Freibeträge brauchen Vorlauf und lassen sich kurz vor der Übergabe kaum noch nutzen.
    • ·Diskretion vernachlässigen. Wird die Nachfolge zu früh öffentlich, verunsichert das Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten.

    Jeder dieser Fehler lässt sich mit ausreichend Vorlauf und einem strukturierten Vorgehen vermeiden. Genau dafür ist ein frühes Beratungsgespräch der sinnvollste erste Schritt.

    Weiteres Expertenwissen zur Nachfolge

    Deal-Strategie

    Welche Käufergruppen den Mittelstand kaufen

    Strategen, Private Equity, Family Offices und MBI zahlen unterschiedliche Multiples.

    Artikel lesen
    Markt

    Die Nachfolgewelle im DACH-Mittelstand

    Warum die nächsten zehn Jahre über Hunderttausende Übergaben entscheiden.

    Artikel lesen
    Bewertung

    Den Wert Ihrer GmbH systematisch steigern

    Werttreiber gezielt verbessern und über dem Marktdurchschnitt verkaufen.

    Artikel lesen
    Bewertung

    Ertragswertverfahren einfach erklärt

    Formel, Kapitalisierungszins und vereinfachtes Verfahren nach BewG.

    Artikel lesen
    Bewertung

    EBITDA-Multiples nach Branchen

    Mit welchen Faktoren der Mittelstand bewertet wird und wo Ihre Branche liegt.

    Artikel lesen
    Steuern

    Steuern beim Unternehmensverkauf

    Teileinkünfteverfahren, Holding, Share gegen Asset Deal und Freibetrag ab 55.

    Artikel lesen
    Steuern

    Freibetrag und halber Steuersatz ab 55

    Wie § 16 Abs. 4 und § 34 EStG die Steuer bei der Betriebsveräußerung senken.

    Artikel lesen
    Steuern

    Holding vor dem Unternehmensverkauf

    Wie § 8b KStG den Verkaufsgewinn zu rund 95 Prozent steuerfrei stellt.

    Artikel lesen
    Nachfolge

    Management Buy-Out: das eigene Team übernimmt

    Wie ein MBO abläuft, wie er finanziert wird und wann er passt.

    Artikel lesen
    Käufer

    Search Funds: die neue Käufergeneration

    Wie das ETA-Modell funktioniert und was es für Ihre Nachfolge bedeutet.

    Artikel lesen
    Deal-Strategie

    Welche Käufergruppen den Mittelstand kaufen

    Strategen, Private Equity, Family Offices und MBI zahlen unterschiedliche Multiples.

    Artikel lesen
    Markt

    Die Nachfolgewelle im DACH-Mittelstand

    Warum die nächsten zehn Jahre über Hunderttausende Übergaben entscheiden.

    Artikel lesen
    Bewertung

    Den Wert Ihrer GmbH systematisch steigern

    Werttreiber gezielt verbessern und über dem Marktdurchschnitt verkaufen.

    Artikel lesen
    Bewertung

    Ertragswertverfahren einfach erklärt

    Formel, Kapitalisierungszins und vereinfachtes Verfahren nach BewG.

    Artikel lesen
    Bewertung

    EBITDA-Multiples nach Branchen

    Mit welchen Faktoren der Mittelstand bewertet wird und wo Ihre Branche liegt.

    Artikel lesen
    Steuern

    Steuern beim Unternehmensverkauf

    Teileinkünfteverfahren, Holding, Share gegen Asset Deal und Freibetrag ab 55.

    Artikel lesen
    Steuern

    Freibetrag und halber Steuersatz ab 55

    Wie § 16 Abs. 4 und § 34 EStG die Steuer bei der Betriebsveräußerung senken.

    Artikel lesen
    Steuern

    Holding vor dem Unternehmensverkauf

    Wie § 8b KStG den Verkaufsgewinn zu rund 95 Prozent steuerfrei stellt.

    Artikel lesen
    Nachfolge

    Management Buy-Out: das eigene Team übernimmt

    Wie ein MBO abläuft, wie er finanziert wird und wann er passt.

    Artikel lesen
    Käufer

    Search Funds: die neue Käufergeneration

    Wie das ETA-Modell funktioniert und was es für Ihre Nachfolge bedeutet.

    Artikel lesen
    Hier geht es zu unserer gesamten Artikel-Bibliothek
    Exit-Readiness-Check
    Passende VorlageEXCEL-TOOL

    Exit-Readiness-Check

    Interaktives Excel-Tool mit automatischem Verkaufsbereitschafts-Score und priorisierten Lücken.

    Zur Vorlage

    Häufige Fragen

    Direkte Antworten zu Zeitpunkt, Wegen, Steuern, Käufersuche und Diskretion in der Unternehmensnachfolge.

    Eine Unternehmensnachfolge-Beratung begleitet den gesamten Übergabeprozess: die Bewertung des Unternehmens, die Klärung der Nachfolgeoptionen (familienintern, Management Buy-Out, externer Verkauf), die Ansprache und Auswahl geeigneter Nachfolger oder Käufer sowie die Verhandlung und Begleitung bis zum Abschluss. Im Mittelstand übernimmt das ein spezialisierter Senior-Berater.

    Idealerweise 24 bis 60 Monate vor dem geplanten Übergabezeitpunkt. Bei familiären Nachfolgen mit komplexen Strukturen oder einem geplanten Holding-Setup sind auch 60 bis 120 Monate sinnvoll. Wer früher startet, hat alle Optionen offen und kann steuerlich wie operativ deutlich mehr Hebel realisieren.

    Die Unternehmensnachfolge umfasst alle Wege, das Lebenswerk in neue Hände zu übergeben, auch familienintern oder über ein MBO. Der Unternehmensverkauf bezeichnet im engeren Sinn nur den externen Verkauf an Käufer außerhalb des Unternehmens. Jede Nachfolge ist eine Verkaufsentscheidung, aber nicht jeder Verkauf ist eine Nachfolge im klassischen Sinn.

    Über die §§ 13a und 13b ErbStG ist eine Verschonung von 85 bis 100 Prozent des begünstigten Vermögens möglich. Voraussetzung sind Behaltefristen von 5 bis 7 Jahren und das Einhalten bestimmter Lohnsummen-Schwellen. Bei großen Vermögen über 26 Mio. Euro greift zusätzlich die Bedürfnisprüfung der Großerwerbsregelung.

    Bei einem MBO erwerben Geschäftsführer oder Schlüsselpersonen das Unternehmen vom Inhaber. Finanziert wird typischerweise über Eigenkapital der Manager, ein Verkäuferdarlehen sowie eine Bankfinanzierung. Häufig ist auch ein Minderheits-Investor involviert. Die Struktur wird so gewählt, dass die laufenden Cashflows die Finanzierungskosten tragen.

    Ein professioneller M&A-Berater erstellt ein anonymes Profil und spricht systematisch Long Lists aus strategischen Käufern, Private-Equity-Häusern und Family Offices an. Parallel laufen Suchen über spezialisierte Plattformen. Eine breite, diskrete Ansprache schafft Wettbewerb und ist die wichtigste Hebel-Größe für den späteren Verkaufspreis.

    Die Regelverschonung stellt 85 Prozent des begünstigten Betriebsvermögens steuerfrei, bei einer Behaltefrist von 5 Jahren und definierter Lohnsumme. Die Optionsverschonung erhöht den Freibetrag auf 100 Prozent, fordert aber eine Behaltefrist von 7 Jahren und höhere Lohnsummen-Anforderungen. Die Entscheidung zwischen den Modellen will sorgfältig vorbereitet sein.

    Von der Standortbestimmung bis zur vollständigen Übergabe rechnen wir typischerweise mit 24 Monaten in der Umsetzungsphase. Die strukturelle und steuerliche Vorbereitung im Vorfeld kann weitere 24 bis 36 Monate beanspruchen. In Summe liegen wir bei einer durchdachten Nachfolge selten unter zwei Jahren.

    Die strukturelle und steuerliche Vorbereitung bleibt für die Belegschaft unsichtbar. Bei der externen Käufersuche arbeiten wir mit anonymisierten Profilen, NDAs und gestaffelter Informationsfreigabe. Die offene Kommunikation an Mitarbeiter und Kunden erfolgt erst nach Signing, idealerweise gemeinsam mit dem neuen Inhaber.

    Ein Berater für Unternehmensnachfolge begleitet den gesamten Übergabeprozess: Er bewertet das Unternehmen, klärt die realistischen Nachfolgeoptionen, bereitet Unterlagen und Datenraum vor, spricht geeignete Nachfolger oder Käufer an und führt durch Verhandlung, Due Diligence und Vertragsabschluss. Im Mittelstand übernimmt diese Rolle ein erfahrener Senior-Berater, der die kaufmännischen, steuerlichen und menschlichen Aspekte koordiniert und bei Bedarf Steuerberater und Anwälte einbindet.

    Der Begriff Fachberater für Unternehmensnachfolge bezeichnet eine spezialisierte Qualifikation, etwa von Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern mit Zusatzausbildung, die schwerpunktmäßig steuerliche und rechtliche Übergabefragen bearbeiten. In der Praxis arbeitet ein solcher Fachberater eng mit dem M&A-seitigen Senior-Berater zusammen, der den Verkaufs- oder Übergabeprozess steuert. Für Inhaber ist weniger der Titel entscheidend als die nachgewiesene Erfahrung mit vergleichbaren Transaktionen in der eigenen Größenordnung und Branche.

    Ja. Eine praxistaugliche Checkliste umfasst im Kern folgende Punkte: 1. Zeitpunkt und persönliche Ziele festlegen. 2. Indikative Bewertung erstellen und Werttreiber prüfen. 3. Nachfolgeoptionen vergleichen (Familie, Management Buy-Out, externer Käufer). 4. Steuerliche Struktur frühzeitig planen, etwa Holding oder Freibeträge ab 55. 5. Inhaberabhängigkeit abbauen und das Reporting professionalisieren. 6. Unterlagen und Datenraum vorbereiten. 7. Geeignete Nachfolger oder Käufer ansprechen. 8. Verhandlung, Due Diligence und Vertrag begleiten lassen. 9. Übergabe und Einarbeitung planen. Diese Schritte lassen sich in einem Beratungsgespräch auf Ihre Situation zuschneiden.

    Die Kosten hängen von Umfang und Komplexität ab. Üblich ist im Markt eine Kombination aus einem laufenden Honorar für die Prozessbegleitung und einer erfolgsabhängigen Vergütung beim Abschluss, häufig als prozentualer Anteil am Transaktionswert. Einzelne Leistungen wie eine Bewertung oder eine steuerliche Strukturierung werden teils separat als Festpreis abgerechnet. Im Rahmen eines vollständigen M&A-Mandats ist die erfolgsabhängige Komponente in der Regel der größte Bestandteil. Die konkrete Höhe klären wir transparent im Beratungsgespräch.

    Sprechen Sie mit uns über Ihre Nachfolge

    Eine vertrauliche Erstanalyse Ihrer Situation, der möglichen Wege und der für Sie passenden Lösung kostet Sie nichts und gibt Klarheit über Ihre Optionen.