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    EBITDA-Multiples nach Branchen 2026: Tabelle Mittelstand

    von Philipp Maßmann

    EBITDA-Multiples nach Branchen 2026: Tabelle Mittelstand

    EBITDA-Multiples nach Branchen sind der schnellste Weg, den Wert eines mittelständischen Unternehmens einzuordnen. Dieser Artikel zeigt die aktuellen Multiplikatoren für 20 Branchen im deutschen Mittelstand, jeweils gestaffelt nach Unternehmensgröße, und erklärt, welche Faktoren über die Position innerhalb der Bandbreite entscheiden.

    Die Zahlen stammen aus den DUB KMU Multiples für das erste Quartal 2026, der etablierten deutschen Datengrundlage für Transaktionen unter 50 Millionen Euro Umsatz, und werden durch die Erfahrung aus eigenen FISART-Mandaten und abgeschlossenen Transaktionen im Mittelstand ergänzt. Der Artikel richtet sich an Inhaberinnen und Inhaber, die wissen wollen, in welcher Größenordnung sich ihr Unternehmenswert bewegt, bevor sie in einen Verkaufsprozess gehen.

    Die wichtigsten Erkenntnisse vorab:

    • Software, Medizintechnik und IT-Dienstleister erzielen mit Multiples bis 10,4x die höchsten Bewertungen, getrieben von wiederkehrenden Umsätzen und Skalierbarkeit.
    • Die Bandbreite im deutschen Mittelstand reicht branchenübergreifend von 2,4x (Konsumgüter, Micro-Cap) bis 10,4x (Software, Mid-Cap).
    • Größere Unternehmen erzielen systematisch höhere Multiples. Der Sprung von der kleinsten in die größte Größenklasse kann den Faktor um 50 bis 100 Prozent erhöhen.
    • Inhaberabhängigkeit ist der häufigste Grund, warum ein Betrieb unter dem Branchenmittel verkauft wird.
    • Laut KfW planen bis Ende 2029 jährlich rund 109.000 Mittelständler die Übergabe ihres Unternehmens, das Angebot an verkaufsbereiten Firmen steigt also deutlich.

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    Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick

    Ein EBITDA-Multiple ist ein Bewertungsfaktor, der den Unternehmenswert ins Verhältnis zum bereinigten EBITDA setzt. Die Formel lautet: bereinigtes EBITDA multipliziert mit dem branchenüblichen Multiplikator ergibt den Unternehmenswert (Enterprise Value).

    Im deutschen Mittelstand liegen diese Faktoren aktuell zwischen 2,4x und 10,4x. Der genaue Wert hängt von drei Dingen ab: der Branche, der Unternehmensgröße und der individuellen Risikostruktur des Betriebs. Die folgende Tabelle bildet die ersten beiden Faktoren ab. Der dritte Faktor, die individuelle Risikostruktur, entscheidet darüber, ob ein Unternehmen am oberen oder unteren Rand seiner Bandbreite verkauft wird.

    Die DUB unterscheidet drei Größenklassen nach Jahresumsatz: Micro-Cap unter 5 Millionen Euro, Small-Cap zwischen 5 und 50 Millionen Euro, Mid-Cap über 50 Millionen Euro.

    EBITDA-Multiples nach Branchen: Die Tabelle für Q1/2026

    Die folgende Tabelle zeigt die EBITDA-Multiples für 20 Branchen im deutschen Mittelstand, jeweils als Bandbreite (von bis) für die drei Größenklassen. Alle Werte beziehen sich auf das bereinigte EBITDA und ergeben den Enterprise Value, also den Unternehmenswert vor Abzug von Schulden.

    BrancheMicro-Cap (< 5 Mio. €)Small-Cap (5–50 Mio. €)Mid-Cap (> 50 Mio. €)
    Maschinen- und Anlagenbau4,0x – 4,9x4,5x – 5,8x5,6x – 7,1x
    Fahrzeugbau & Automotive2,7x – 4,5x3,8x – 5,2x4,7x – 6,0x
    Elektrotechnik & Elektronik4,2x – 6,0x5,5x – 8,0x7,2x – 8,8x
    Metallverarbeitung & Fertigung3,4x – 4,2x4,0x – 5,4x4,7x – 6,8x
    Chemie, Kunststoffe & Verpackung3,6x – 4,6x5,2x – 6,5x6,4x – 8,1x
    Medizintechnik & Life Sciences5,9x – 7,5x7,0x – 9,0x7,9x – 9,8x
    Software & Digitale Plattformen6,2x – 7,7x7,7x – 9,7x8,3x – 10,4x
    IT-Services & Systemhäuser5,2x – 6,7x6,1x – 8,3x7,1x – 9,5x
    Medien, Marketing & Agenturen3,0x – 4,5x4,0x – 5,9x6,4x – 7,8x
    Telekommunikation & Infrastruktur4,6x – 6,7x5,9x – 7,9x6,8x – 8,1x
    Gesundheit: Pflege & Dienstleister5,0x – 6,0x5,8x – 8,1x7,6x – 9,5x
    Unternehmensnahe Dienstleistungen (B2B)3,7x – 5,2x5,0x – 6,8x6,5x – 8,0x
    Bauhaupt- & Baunebengewerbe (Handwerk)3,7x – 5,1x4,4x – 5,5x5,8x – 7,0x
    Immobilien-Dienstleistungen & Facility Mgmt.4,1x – 5,0x5,2x – 6,7x6,8x – 8,3x
    Finanzdienstleistungen & Versicherungsmakler5,0x – 6,5x6,0x – 7,7x7,9x – 10,1x
    Nahrungs- & Genussmittel4,4x – 5,7x5,3x – 6,5x6,7x – 7,9x
    Konsumgüter (Non-Food)2,4x – 4,0x3,5x – 5,5x4,5x – 5,9x
    Handel: E-Commerce & Versand4,1x – 6,5x5,4x – 6,9x7,5x – 9,4x
    Handel: Groß- & Einzelhandel (stationär)3,0x – 4,5x4,4x – 5,5x5,1x – 6,5x
    Transport, Logistik & Spedition3,4x – 4,9x4,0x – 5,6x5,2x – 7,0x

    Quelle: DUB KMU Multiples, Stand Q1/2026. Die Werte beruhen auf den aggregierten Einschätzungen von mehr als 25 M&A-Beratern und Finanzinstituten im deutschsprachigen Raum. FISART gleicht diese Bandbreiten laufend mit den Ergebnissen eigener Verkaufsprozesse ab.

    Zur Einordnung: Das untere Ende einer Bandbreite steht für einen Betrieb, den Käufer als risikobehaftet oder stark vom Inhaber abhängig wahrnehmen. Das obere Ende steht für ein Unternehmen mit planbaren Cashflows und einer zweiten Führungsebene. Die obersten Mid-Cap-Werte einzelner Branchen, etwa 10,4x bei Software oder 10,1x bei Finanzdienstleistern, erreichen nur Premium-Unternehmen mit hohem wiederkehrendem Umsatzanteil und sind nicht der Normalfall.

    EBITDA oder EBIT: Welche Basis für welche Branche

    Im deutschen Mittelstand ist das EBITDA-Multiple der Standard, weil die meisten Betriebe über nennenswerte Sachanlagen verfügen. Für dienstleistungsnahe Geschäftsmodelle wird in der Praxis häufig zusätzlich das EBIT-Multiple herangezogen.

    EBITDA steht für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. EBIT rechnet die Abschreibungen wieder heraus und liegt deshalb niedriger als das EBITDA. Genau deshalb fällt das EBIT-Multiple für dieselbe Branche höher aus als das EBITDA-Multiple, oft um 20 bis 30 Prozent.

    Die Faustregel der Praxis: Das EBITDA-Multiple eignet sich für kapitalintensive Branchen mit hohen Abschreibungen, etwa Industrie und Maschinenbau, Produktion, Logistik oder E-Commerce mit eigenem Lager. Das EBIT-Multiple passt besser zu Geschäftsmodellen mit geringen Abschreibungen, etwa Beratung, Software und Tech ohne Hardware oder Agenturen. Wichtig ist, beide Seiten konsistent zu rechnen. Ein Multiple aus einer EBITDA-Tabelle gehört auf ein EBITDA, nicht auf ein EBIT.

    Eine ausführliche Einordnung der gängigen Bewertungsmethoden und ihrer Grenzen finden Sie auf unserer Seite zur Unternehmensbewertung im Mittelstand.

    Fünf Faktoren, die den Multiple innerhalb der Branche bestimmen

    Die Tabelle liefert die Bandbreite. Wo ein Unternehmen innerhalb dieser Bandbreite landet, entscheiden fünf Werttreiber. Sie erklären den größten Teil der Bewertungsunterschiede zwischen zwei Betrieben derselben Branche.

    Wiederkehrende Umsätze

    Planbare, vertraglich gebundene Umsätze sind der stärkste einzelne Werthebel. Betriebe mit Wartungsverträgen, Abo-Modellen oder langfristigen Rahmenverträgen werden am oberen Rand ihrer Branche bewertet.

    Der Grund liegt im Risiko für den Käufer. Ein Unternehmen mit 80 Prozent wiederkehrendem Umsatz hat ein völlig anderes Risikoprofil als ein projektgetriebener Betrieb, der jedes Jahr neu akquirieren muss. Ein hoher Anteil wiederkehrender Umsätze kann den Multiple innerhalb der Branche um 15 bis 40 Prozent anheben.

    Inhaberabhängigkeit

    Inhaberabhängigkeit ist der häufigste Grund für einen Abschlag unter das Branchenmittel. Wenn der Inhaber zugleich wichtigster Techniker, Verkäufer und Kundenkontakt ist, trägt der Käufer ein erhebliches Übergaberisiko.

    Die entscheidende Frage des Käufers lautet: Was passiert mit dem Umsatz, wenn der Inhaber in zwölf Monaten ausscheidet? Lautet die Antwort, dass der Umsatz um 30 Prozent oder mehr fällt, sinkt der Multiple entsprechend. Betriebe mit einer zweiten Führungsebene und dokumentierten Prozessen werden am oberen Rand bewertet. Welche Schritte hier konkret helfen, beschreibt unser Leitfaden zum Wert der GmbH systematisch steigern.

    Kundenkonzentration

    Wenn ein einzelner Kunde mehr als 20 Prozent des Umsatzes ausmacht, sprechen Käufer von Klumpenrisiko. Ab 40 Prozent reagieren viele Käufer mit einem Abschlag von 1,0x bis 1,5x oder verlangen eine Earn-out-Struktur, die einen Teil des Kaufpreises an den Verbleib des Kunden koppelt.

    Das ideale Profil hat keinen Einzelkunden über 10 Prozent, und die zehn größten Kunden zusammen liegen unter 40 Prozent des Umsatzes. Am stärksten betroffen sind projektgetriebene Dienstleister, der Großhandel und Zulieferbetriebe mit wenigen großen Abnehmern.

    Wachstum

    Käufer zahlen mehr für Unternehmen, die Umsatz und Ergebnis nachhaltig steigern. Ein Betrieb mit mehr als 15 Prozent jährlichem Wachstum erhält Angebote spürbar über einem stagnierenden Wettbewerber.

    Das Wachstum muss organisch und wiederholbar sein. Ein einmaliger Großauftrag oder ein Sondereffekt zählt für Käufer weniger als ein stabiler Trend über mehrere Jahre. Wachstum, das allein vom Inhaber und seinem Netzwerk getragen wird, wird abgewertet, weil unklar ist, ob der Nachfolger es fortsetzen kann.

    Unternehmensgröße

    Größere Unternehmen derselben Branche erzielen höhere Multiples. Dieser Größeneffekt ist in den Transaktionsdaten klar belegt und in der Tabelle oben über die drei Größenklassen sichtbar.

    EBITDA-NiveauTypische TendenzBegründung
    unter 0,5 Mio. €unteres Branchenendehohe Inhaberabhängigkeit, kleiner Käuferkreis
    0,5 – 1 Mio. €unteres bis mittleres Endeerste Strukturen, begrenztes Käuferinteresse
    1 – 3 Mio. €mittleres EndePrivate Equity wird aktiv, zweite Führungsebene
    über 3 Mio. €oberes Endeinstitutioneller Käuferkreis, skalierbare Plattform

    Ein Maschinenbauer mit 3 Millionen Euro EBITDA wird in der Regel höher bewertet als einer mit 0,8 Millionen Euro, selbst bei gleicher Marge. Das größere Unternehmen hat mehr Struktur, einen breiteren Käuferkreis und für den Käufer geringere relative Übernahmekosten. Private-Equity-Investoren werden meist erst ab etwa 1 bis 2 Millionen Euro EBITDA aktiv.

    Was die Zahlen für Inhaber bedeuten

    Die Multiples treffen auf einen Markt, in dem das Angebot an verkaufsbereiten Unternehmen deutlich steigt. Für Inhaber heißt das: Ein gut vorbereitetes Unternehmen hebt sich in den kommenden Jahren stärker vom Wettbewerb ab.

    Laut dem KfW Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025 planen bis Ende 2029 jährlich rund 109.000 Inhaberinnen und Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen den Rückzug und die Übergabe an einen Nachfolger. Im Jahr 2025 waren bereits 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerschaft 55 Jahre oder älter. Die durchschnittliche Kaufpreiserwartung ist laut KfW auf 499.000 Euro gestiegen, von 372.000 Euro im Jahr 2019.

    Gleichzeitig wächst die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Der DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2025 zählt rund 9.600 übergabebereite Unternehmen, denen nur etwa 4.000 Interessenten gegenüberstehen. Diese Lücke hat sich seit 2019 nahezu verdoppelt. Mehr Hintergrund dazu liefert unser Artikel zur Nachfolgewelle im DACH-Mittelstand.

    Für den Verkauf bedeutet das zweierlei. Erstens steigt die Bedeutung der Werttreiber, weil Käufer aus mehr Angeboten auswählen können. Zweitens lohnt sich Vorbereitung, denn die Differenz zwischen unterem und oberem Bandbreitenende ist in Euro oft sechsstellig.

    So kommen Sie von der Tabelle zum echten Unternehmenswert

    Ein Branchenmultiple ist ein Ausgangspunkt für die Bewertung. Der tatsächliche Kaufpreis hängt zusätzlich von der Deal-Struktur, dem Käufertyp, dem Wettbewerb um das Unternehmen und der Verhandlung ab.

    Drei Schritte führen von der Tabelle zu einer belastbaren Einschätzung:

    1. Branche und Größenklasse bestimmen. Ordnen Sie Ihr Unternehmen anhand von Branche und Jahresumsatz einer Zeile und Spalte der Tabelle zu.
    2. EBITDA bereinigen. Rechnen Sie einmalige, nicht betriebsnotwendige und inhaberbezogene Posten heraus. Ein korrekt bereinigtes EBITDA liegt oft spürbar über dem Wert aus der BWA und verschiebt den Unternehmenswert entsprechend.
    3. Werttreiber bewerten. Prüfen Sie, wo Sie bei den fünf Faktoren stehen, und leiten Sie daraus Ihre Position innerhalb der Bandbreite ab.

    Ein Unternehmen, das bei den meisten Werttreibern im oberen Viertel liegt, erhält in der Regel Angebote im oberen Drittel der Bandbreite. Wer realistisch einordnen will, wo der eigene Betrieb steht, nutzt am besten eine strukturierte Bewertung statt einer reinen Tabellenschätzung. Wie ein professioneller Verkaufsprozess solche Spielräume gezielt nutzt, zeigt unser Artikel dazu, warum Käufer zunächst niedrige Angebote machen.

    FISART begleitet Inhaberinnen und Inhaber im Mittelstand durch genau diesen Prozess, von der ersten Einordnung bis zum echten Bieterwettbewerb. Ein persönlicher Senior-Berater quantifiziert die Werttreiber, bevor der erste Käufer eine Frage stellt, und nutzt für höherwertige Unternehmen auch den Zugang zu internationalen Käufern.

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    Häufig gestellte Fragen zu EBITDA-Multiples

    Was ist ein guter EBITDA-Multiple im Mittelstand?

    Das hängt von Branche und Unternehmensgröße ab. Für kleinere Betriebe (Umsatz unter 5 Millionen Euro) sind Multiples zwischen rund 3x und 6x typisch, für mittlere Unternehmen (5 bis 50 Millionen Euro) zwischen 4x und 8x, für größere (über 50 Millionen Euro) zwischen 5x und gut 10x. Branchen mit wiederkehrenden Umsätzen wie Software oder Medizintechnik liegen durchgängig höher als projektgetriebene Branchen. Wichtiger als der höchstmögliche Wert ist der realistische Multiple für Ihre Branche und Größe.

    Wie berechne ich meinen Unternehmenswert mit einem EBITDA-Multiple?

    Multiplizieren Sie Ihr bereinigtes EBITDA mit dem passenden Branchenmultiple. Ein Beispiel: Ein Maschinenbauer im Small-Cap-Segment mit 1,0 Million Euro bereinigtem EBITDA und einem Faktor von 5,0x kommt auf einen Enterprise Value von 5,0 Millionen Euro. Davon ziehen Sie zinstragende Schulden ab und addieren nicht betriebsnotwendiges Barvermögen, um den Wert des Eigenkapitals zu erhalten.

    Warum schwanken EBITDA-Multiples innerhalb derselben Branche so stark?

    Die Schwankung erklärt sich aus fünf Faktoren: dem Anteil wiederkehrender Umsätze, der Inhaberabhängigkeit, der Kundenkonzentration, der Wachstumsrate und der Unternehmensgröße. Zwei Betriebe derselben Branche können sich allein durch diese Faktoren um mehrere Umsatzklassen im Multiple unterscheiden.

    Was ist der Unterschied zwischen EBIT- und EBITDA-Multiple?

    EBITDA rechnet Abschreibungen wieder hinzu, EBIT nicht. Deshalb ist das EBIT niedriger und der zugehörige EBIT-Multiple höher als das EBITDA-Multiple derselben Branche. Im Mittelstand ist das EBITDA-Multiple der Standard. Entscheidend ist, dass Sie Faktor und Bezugsgröße konsistent verwenden.

    Warum bekommen kleinere Unternehmen niedrigere Multiples?

    Kleinere Unternehmen tragen ein höheres Risiko für Käufer: meist höhere Inhaberabhängigkeit, weniger professionelle Strukturen, ein kleinerer Käuferkreis und geringere Skalierbarkeit. Private-Equity-Investoren werden zudem oft erst ab etwa 1 bis 2 Millionen Euro EBITDA aktiv. Der Größeneffekt ist strukturell und einer der zentralen Hebel einer frühzeitigen Verkaufsvorbereitung.

    Wie oft ändern sich die Branchenmultiplikatoren?

    Die zugrunde liegenden Daten werden quartalsweise aktualisiert. In wirtschaftlich unsicheren Phasen tendieren Multiples nach unten, bei hoher M&A-Aktivität nach oben. Die hier gezeigten Werte beziehen sich auf das erste Quartal 2026.

    Ist der EBITDA-Multiple gleich dem Verkaufspreis?

    Nein. Der Multiple ergibt zunächst den Enterprise Value. Der tatsächliche Erlös für die Gesellschafter hängt von der Deal-Struktur, der Bilanz, etwaigen Earn-out- oder Verkäuferdarlehen sowie der steuerlichen Behandlung ab. Der Multiple ist ein Ausgangspunkt für die Verhandlung.

    Methodik und Quellen

    Die Branchenmultiplikatoren in diesem Artikel stammen aus den DUB KMU Multiples für das erste Quartal 2026 (Deutsche Unternehmerbörse). Diese beruhen auf den aggregierten Einschätzungen von mehr als 25 M&A-Beratern und Finanzinstituten im deutschsprachigen Raum und sind auf Transaktionen unter 50 Millionen Euro Umsatz ausgelegt. Zur Plausibilisierung wurden die Bandbreiten gegen unabhängige, angebotsbasierte Multiple-Daten von NIMBO abgeglichen, die den industriellen Kern und den Handel bestätigen. Ergänzend fließt die Erfahrung aus eigenen FISART-Mandaten und abgeschlossenen Verkaufsprozessen im Mittelstand ein, anhand derer wir die Bandbreiten gegen reale Transaktionsergebnisse spiegeln.

    Die Marktkontext-Zahlen entstammen dem KfW Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025 (KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, Januar 2026) und dem DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2025.

    Quellen:

    1. DUB KMU Multiples, Q1/2026, Deutsche Unternehmerbörse, https://www.dub.de/kmu-multiples/
    2. KfW Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025, KfW Research, Januar 2026, https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2026/Fokus-Nr.-526-Januar-2026-Nachfolge-Monitoring.pdf
    3. DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2025, Deutsche Industrie- und Handelskammer, https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/wirtschaftspolitik/gruendung-und-unternehmensfoerderung
    4. NIMBO Unternehmensbewertung, Multiples Deutschland, https://www.nimbo.net/multiples

    Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Branchenmultiplikatoren sind Richtwerte aus Marktdaten und keine Zusage eines bestimmten Verkaufspreises.

    Über den Autor: Philipp Maßmann begleitet bei FISART Inhaberinnen und Inhaber mittelständischer Unternehmen durch den Verkaufsprozess, von der Bewertung bis zum Bieterwettbewerb. FISART ist die Investmentbank von Unternehmern für Unternehmer.

    Veröffentlicht am 18. Juni 2026. Zuletzt aktualisiert am 18. Juni 2026.