Unternehmensverkauf Der Ablauf Schritt für Schritt
Was in welcher Phase passiert, wer was übernimmt und worauf es ankommt.
Ein professioneller Unternehmensverkauf läuft in vier klar definierten Phasen ab. Vorbereitung, Käuferansprache, Verhandlung mit Due Diligence und Closing. Jede Phase hat eigene Aufgaben, eigene Stolpersteine und eine eigene Logik. Wer das Gesamtbild versteht, geht souveräner in den Prozess.
Diese Seite beschreibt den Ablauf in Detail. Sie zeigt, was wir als M&A-Berater übernehmen, was der Inhaber selbst tun muss und welche Themen typischerweise in welcher Phase auftauchen. Damit haben Sie eine klare Erwartungshaltung, bevor Sie den ersten Schritt machen. Eine vertiefende Erklärung zur Rolle des Beraters finden Sie auf unserer Sister-Page zum M&A-Berater im Mittelstand.
Vier Phasen
6-9 Monate
3 bis 7
Volle Diskretion
Die Logik des strukturierten Verkaufsprozesses
Ein strukturierter Verkaufsprozess hat ein klares Ziel: mehrere ernsthafte Käufer gleichzeitig an den Tisch zu bringen und durch Wettbewerb den besten Preis zu erzielen. Diese parallel-strukturierte Ansprache unterscheidet professionelle M&A-Prozesse von ad-hoc-Verkäufen.
Wer einen einzelnen Käufer bedient, verhandelt aus der Defensive. Der Käufer kennt das Lieferanten-Risiko (kein Wettbewerb) und drückt den Preis. Wer mehrere Käufer parallel bedient, dreht das Verhältnis um.
Der strukturierte Prozess ist disziplinierter, aber er erzeugt im Schnitt 15 bis 30 Prozent höhere Verkaufspreise als ein ad-hoc-Verkauf an einen Erstinteressenten.
Voraussetzung ist ein klarer Zeitplan, professionelle Unterlagen und ein Berater, der den Prozess orchestriert. Inhaber selbst können diesen Aufwand parallel zum Tagesgeschäft kaum stemmen.
Was vor dem Prozess passiert (Pre-Phase)
Bevor der eigentliche Verkaufsprozess startet, läuft eine Pre-Phase ab. Sie umfasst die strategische Entscheidung zum Verkauf, die Mandatierung des Beraters und die ersten Vorbereitungs-Schritte. Dauer: 2 bis 6 Wochen. Wer schon 12 bis 24 Monate vor dem geplanten Verkauf strukturiert vorarbeiten möchte, findet im Exit-Consulting das passende Programm.
In dieser Phase fallen die wichtigsten strukturellen Entscheidungen: Bewertungsspanne, Zielkäufer-Profil, gewünschte Prozess-Geschwindigkeit, Vertraulichkeits-Anforderungen, mögliche Deal-Breaker.
Wer hier sorgfältig arbeitet, spart in den folgenden Phasen Wochen oder Monate. Wer hier Abkürzungen nimmt, zahlt das später mit Nachverhandlungen oder Prozess-Verzögerungen.
Pre-Phase-Aktivitäten
- ·Erstgespräche mit M&A-Beratern, Auswahl des passenden Partners
- ·Indikative Bewertung und Zielfindung
- ·Mandatsvereinbarung mit klarem Scope, Zeitplan und Honorarstruktur
- ·Definition von Vertraulichkeitskreisen (wer darf was wissen)
- ·Erste Sichtung der Finanzen für die anstehende Aufbereitung
Vorbereitung & Bewertung
In Phase 1 wird das Unternehmen verkaufsfähig gemacht. Die Finanzen werden bereinigt, die Story strukturiert, der Datenraum aufgebaut. Methodisch tief in das Thema EBITDA-Bereinigung und Multiples gehen wir auf der Pillar-Page zur Unternehmensbewertung. Eine erste indikative Spanne bekommen Sie über unseren Bewertungsrechner.
Diese Phase legt das Fundament für den gesamten Prozess. Schlechte Vorbereitung zeigt sich später in jeder Due Diligence und drückt den Preis.
Output der Phase: bereinigtes EBITDA, indikative Bewertungsspanne, Information Memorandum (IM), strukturierter Datenraum, Käufer-Long-List.
Phase-1-Aktivitäten
- ·EBITDA-Bereinigung mit Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
- ·Werttreiber-Analyse und Story-Aufbereitung
- ·Erstellung Information Memorandum (typisch 40-80 Seiten)
- ·Anonymisierter Teaser (1-2 Seiten) für die erste Käuferansprache
- ·Aufbau virtueller Datenraum mit allen relevanten Unterlagen
- ·Long-List potenzieller Käufer (typisch 50-200 Namen)
- ·Vendor Due Diligence (optional, je nach Mandat)
Käuferansprache
In Phase 2 startet die strukturierte Ansprache. Aus der Long-List wird eine Short-List qualifizierter Käufer, die NDA unterzeichnen und das Information Memorandum erhalten.
Diese Phase entscheidet maßgeblich über den späteren Wettbewerb. Wer hier eine breite, professionelle Käuferansprache macht, hat in Phase 3 die Verhandlungsmacht.
Output der Phase: 5 bis 15 ernsthafte Käufer mit NDA, IM und Datenraum-Zugang. Erste Käufergespräche und Management-Präsentationen.
Phase-2-Aktivitäten
- ·Anonymisierte Ansprache der Long-List über Teaser
- ·NDA-Prozess mit qualifizierten Interessenten
- ·Versand des Information Memorandums
- ·Käufer-Q&A (erste Runde, schriftlich oder per Anruf)
- ·Erste Management-Präsentationen mit ausgewählten Käufern
- ·Übermittlung von Process Letters mit Bid-Anforderungen
Verhandlung & Due Diligence
In Phase 3 kommt der Wettbewerb zum Tragen. Mehrere Käufer geben indikative Angebote (Letters of Intent, LOI) ab, die zu vergleichen sind. Die besten 2 bis 4 Käufer werden zur Due Diligence eingeladen.
Die Due Diligence ist die intensivste Phase. Käufer prüfen Finanzen, Recht, Steuern, Operations, Personal und Kommerz. Sie ist auch die Phase mit dem höchsten Risiko für Preis-Korrekturen, wenn Vorbereitung schlampig war. Welche Rechtsform Sie verkaufen, beeinflusst die juristische Tiefe: für Gesellschafter einer GmbH lohnt der Blick auf die Spezialthemen auf unserer Seite zum GmbH-Verkauf, für andere Rechtsformen auf Firma verkaufen.
Output der Phase: ein verbindlicher Kaufvertrag (Share Purchase Agreement, SPA) mit dem ausgewählten Käufer, vorbehaltlich Closing-Bedingungen.
Phase-3-Aktivitäten
- ·Sammlung und Vergleich indikativer Angebote (LOIs)
- ·Auswahl der besten Käufer für die Due Diligence
- ·Begleitung der Due Diligence durch Berater (Q&A-Management, Datenraum-Pflege)
- ·Verhandlung der wichtigsten Vertragspunkte (Kaufpreis, Earn-Out, Garantien, Working-Capital-Peg, Non-Compete)
- ·Finalisierung Share Purchase Agreement (SPA)
- ·Vorbereitung der Closing-Bedingungen
Closing
In Phase 4 wird der Verkauf operativ vollzogen. Notarielle Beurkundung bei GmbH-Verkäufen, finale Kaufpreis-Berechnung mit Working-Capital-Adjustments, Übergabe der Anteile und der Geschäftsleitung.
Diese Phase ist administrativ intensiv, aber inhaltlich meist unkritisch. Die wichtigsten Themen sind bereits in Phase 3 geklärt.
Output der Phase: vollständige Übergabe an den Käufer, finale Kaufpreis-Zahlung, Beginn der Übergangsphase oder Earn-Out-Phase.
Phase-4-Aktivitäten
- ·Erfüllung der Closing-Bedingungen (Kartellanzeige, Conditions Precedent)
- ·Notarielle Beurkundung des Anteilsverkaufs
- ·Finale Kaufpreis-Berechnung mit Working-Capital-Peg
- ·Kommunikation an Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten
- ·Übergabe der operativen Geschäftsleitung
- ·Beginn der Übergangsphase oder Earn-Out-Periode
Was nach dem Verkauf passiert
Mit dem Closing endet der Verkaufsprozess, aber typischerweise nicht die Verantwortung des Inhabers. In den 6 bis 24 Monaten nach Closing laufen oft Übergangsperioden, Earn-Out-Mechanismen oder Beirats-Mandate.
Die Post-Closing-Phase ist eine Zeit der Anpassung. Inhaber wechseln von der operativen Verantwortung in eine beratende Rolle. Käufer übernehmen die Führung. Beide Seiten müssen sich neu sortieren.
Wer hier gut vorbereitet ist und klare Rollen vereinbart hat, erlebt eine reibungslose Übergabe. Wer das nicht klar geregelt hat, riskiert Konflikte, die in Earn-Out-Streit oder Garantie-Klagen münden können.
Typische Post-Closing-Themen
- ·Earn-Out-Mechanismus: Teil des Kaufpreises ist an zukünftige Performance gebunden, typisch 12-36 Monate
- ·Übergangs-Beirat oder Beratungsvertrag des Verkäufers
- ·Garantie- und Gewährleistungsthemen (Verjährungsfristen 2-7 Jahre üblich)
- ·Non-Compete-Klauseln (typisch 2-3 Jahre, regional begrenzt)
- ·Holdback-Beträge (typisch 5-15 Prozent des Kaufpreises für Garantieansprüche)
Häufige Fragen
Direkte Antworten zu Dauer, Kosten, Garantien, Earn-Out, Working-Capital-Peg und Rücktritts-Risiken.
Sprechen Sie mit uns über Ihren Verkaufsprozess
Eine vertrauliche Erstanalyse Ihrer Situation, der passenden Käufergruppen und der für Sie sinnvollen Prozess-Geschwindigkeit kostet Sie nichts und gibt Klarheit über Ihre nächsten Schritte.